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Δευτέρα 9 Σεπτεμβρίου 2019

Aids in Afrika


Womafrika / Frausein in Afrika  

Zanele, eine junge, gut aussehende und intelligente Frau, hat Aids. Infiziert wurde sie schon im Alter von neun Jahren. Angesteckt hat sie sich bei ihrem Stiefbruder, der sie vergewaltigt und unterdrückt hat. Sechs Jahre hat sie den Virus in sich getragen ohne zu wissen, dass sie ihn hat. Da sie bis zu ihrem Aufenthalt in einer Pflegefamilie nicht beim Arzt war, fand sie erst im Alter von 16 Jahren über ihr Schicksal heraus. Nachdem die Diagnose gestellt wurde weinte Zaneles Pflegeperson bitterlich. Zanele dachte sich nichts dabei, sie fragte den Doktor nur: „Na und?“ Zanele verhielt sich so, da sie wie die meisten afrikanischen Frauen nicht über die Krankheit Aids und deren Folgen bescheid wusste. Aber im Gegensatz zu vielen anderen afrikanischen Frauen hatte Zanele das Glück gute Medikation und somit die Chance auf ein fast normales Leben zu bekommen.
Die Anzahl von Infizierten ist erschreckend hoch. Nach den letzten Schätzungen im Jahr 2006 gibt es weltweit rund 39.5 Millionen infizierte Erwachsene und Kinder. Über die Hälfte (24.7 Millionen) davon leben in Afrika.


Verbreitung von Aids

Aber warum ist genau diese Krankheit dort so verbreitet? Dafür gibt es viele Gründe.
Ein Grund ist, dass viele Afrikanerinnen auf das Geld, das sie als Prostituierte verdienen angewiesen sind. In diesem Beruf sind sie Männern ausgeliefert sind die zum Teil ungeschützten Sex wollen, oder Sexpraktiken nachgehen die Frauen verletzen können. Auch die hohe Anzahl der häufig wechselnden Sexpartner unterstützen die hohe Rate an HIV positiven Prostituierten.
Ein weiterer Grund ist die hohe Armutsrate. Da die meisten Familien sich schon mit der Ernährung der ganzen Familie schwer tun, können sie sich häufig auch keine Krankenversicherung, Medikation oder Verhütungsmittel leisten. Auch die Bildung der Kinder wird durch die hohe Armutsrate kontrolliert und beeinflusst. Denn da schon die jüngsten Familienmitglieder arbeiten gehen müssen, können sie nicht zur Schule gehen. Aber nur in der Schule können sie von HIV/AIDS, die Übertragungswege und die Möglichkeiten sich zu schützen erfahren.
Die Ansteckungsgefahr innerhalb der Familie ist eine der größten Gefahren. Afrikanische Familien sind im Durchschnitt größer als zum Beispiel deutsche. Das liegt daran, dass in Afrika viele Kinder nicht nur für Glück sondern auch für die Versorgung der Familie im Alter stehen.
Das Risiko einer Infektion beginnt schon bei der Geburt. Obwohl es nicht zu einer Übertragung kommen muss ist das Risiko einer Infektion des Säuglings sehr groß. Und auch wenn das Neugeborene gesund zur Welt kommen sollte, besteht ein weiteres Risiko einer Infektion während der Stillzeit, da auch durch die Muttermilch Erreger übertragen werden können.
Gefährlich ist auch, dass die Krankheit oft verschwiegen wird, da eine Erkrankung Schande für die ganze Familie bedeutet.


Krankheitsverlauf

Wenn die Krankheit auftritt kann das Fortschreiten des Virus nicht mehr gestoppt werden. Ungefähr zwei Wochen nach der Infektion treten grippeähnliche Symptome auf. Die betroffene Person leidet meistens unter Fieber, Müdigkeit, generellem Unwohlsein, Appetitverlust, Kopf- und Muskelschmerzen, Nachtschweiß, Hautausschlag, Übelkeit, Durchfall, Entzündungen im Mund, einem steifem Nacken, geschwollenen Lymphknoten und Lichtempfindlichkeit.
Danach beginnt die latente Phase. Diese Phase dauert neun bis elf Jahre, allerdings gibt es auch Ausnahmen, bei denen die Krankheit schon früher oder erst sehr spät zum Ausbruch kommt. Während dieser Phase hat der Betroffene keine physischen Probleme, allerdings kann das Bewusstsein der Krankheit zu psychischen Leiden führen. Während dieser scheinbar unbeschwerten Zeit verbreitet sich der Virus im ganzen Körper.
Wenn zusätzlich bestimmte Infektionen und bösartige Tumore auftreten, wird die Diagnose AIDS gestellt. Die Infektionen wären für ein gesundes Immunsystem nicht gefährlich, aber in Kombination mit einem geschwächten Immunsystem, kann das den letztendlichen Ausbruch der Krankheit verursachen.

 

Verbreitung des Virus im Körper

Der Virus besteht aus einer äußeren Zellwand, die den Virus mit der Wirtszelle verbindet, und einer inneren Kapsel, die die RNA, den Bauplan des Virus enthält. Hinzu kommen Enzyme, die die Vermehrung der Wirtszelle koordinieren. Zellen mit denen sich der Virus verknüpft müssen das Protein CD4 aufweisen. Am interessantesten für den HI-Virus sind die T-Helferzellen, die sehr wichtig für das menschliche Immunsystem sind. Auf der Oberfläche jeder dieser Zellen ist das CD4-Protein zu finden. Durch die Infektion mit dem HI-Virus werden die T-Helferzellen zerstört und das Immunsystem geschwächt. Wenn der Virus sich mit der Wirtszelle verbindet, nimmt sie den Virus in sich auf und die äußere Hülle wird aufgebrochen. So übernimmt die Wirtszelle die genetische Information des Virus. Das ist die Vorraussetzung damit der genetische Code immer und immer wieder kopiert werden kann. Gleichzeitig werden Proteine für das neue Virus gebildet. Um das zu tun, bildet der HI-Virus die genetische Information so, dass sie zu der Wirtszelle passt. Das Enzym Ligase hilft bei der Bildung neuer genetischer Information. Zum Schluss verlässt die neu gebildete Viruszelle die Wirtszelle und besitzt die Fähigkeit neue Zellen zu infizieren.
Folglich ist das Immunsystem ohne die richtigen Medikation hilflos dem HI-Virus ausgesetzt.


Einfluss auf Wirtschaft und Gesellschaft

Die Tatsache, dass jeder zehnte Mensch in Afrika von der Krankheit Aids betroffen ist hat auch ernstzunehmende Auswirkung auf die Wirtschaft und Gesellschaft.
Schon im Jahr 1999 auf der Welt AIDS Konferenz in Sambia bezeichneten mehrere Länder AIDS als eine Entwicklungsbremse. Auf der zusätzlichen Generalversammlung 2001 wurde sich dann auf neue Maßnahmen geeinigt. Allerdings hat es lange gedauert bis auch die Regierung die Brisanz dieses Themas erkannt hat und anfing die gesetzliche Lage zu verändern. Auch heute bleibt Aids Element bei der Bekämpfung von Armut.
Afrika war und ist einer der ärmsten Teile der Welt. Laut der Weltbank- Klassifizierung werden 38 von 49 Staaten als arm bezeichnet. Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut. Das heißt, dass die betroffenen Menschen mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen müssen.
Afrika ist mit 2% am Welthandel beteiligt. Die Wirtschaft wird durch die niedrige industrielle und landwirtschaftliche Effizienz, das niedrige Bildungsniveau und den hohen Anteil an Subventionswirtschaft beeinflusst. Auch die Abhängigkeit von wenigen landwirtschaftlichen und wirtschaftlichen Resourcen kontrolliert die wirtschaftliche Entwicklung. Sowohl die Produktion nur für lokale Märkte als auch die geringe Integration in die globale Wirtschaft führt zur großen Armut. Diese Armut verstärkt das AIDS Problem, während auf der anderen Seite, AIDS intensiviert die Armut.
Zum Beispiel wird der Faktor Arbeitskraft durch Aids beeinflusst. Das kommt daher, dass die meisten infizierten Menschen, abgesehen von Säuglingen, in einem wirtschaftlich produktiven Alter sind. Daraus resultiert auch ein signifikanter Wandel in der afrikanischen Gesellschaft.
Obwohl die Todesrate, durch die Verbesserung von Wohnverhältnisse seit den 60er Jahren gesunken ist steigt die Zahl mit Aids infizierter Personen in letzter Zeit erneut an.
Mit dem weiteren Ansteigen der Todesrate sind verschiedene Einflüsse auf den Dienstleistungssektor garantiert. Zum Beispiel kommt es zu einer Erhöhung der Krankmeldungen, zu höheren Kosten für Krankheits- und Todeserstattungen und höhere Löhne da es immer weniger gute Arbeiter gibt. Zusätzlich sinkt die Effizienz eines Unternehmens und deren Arbeit.
Viele von diesen sterbenden Menschen waren zuvor beim Militär, der Verwaltung oder gelernte Professionelle, wie Lehrer, die genauso wie viele andere die wichtig für die Entwicklung eines Landes sind.
Auch ein Einfluss auf die Haushalte ist garantiert. Aufgrund der Infektion und dem oft folgendem Tod eines Familienmitglieds, werden Kinder oft zu Straßenkindern. Zusätzlich hat die Familie große Kosten nicht nur für Essen und Wohnung sondern im Krankheitsfall auch für Medikation und eine eventuelle Beerdigung zu tragen. Dazu kommt dann noch der Ausfall eines arbeitenden Familienmitglieds.


Bekämpfung


Die Bekämpfung von AIDS in Afrika hängt von verschiedenen Entwicklungen ab:
Zum einen hängt es von den vielen Wohltätigkeitsorganisationen ab, die für die überwindung von AIDS kämpfen. Durch Spenden können sie die Betroffenen mit der notwendigen Medizin versorgen, so dass diese Familien die Möglichkeit bekommen ein besseres Leben zu führen. Der Vorteil ist, dass durch diese Institutionen nicht nur einzelne Familien erreicht werden, sondern dass durch den Bau öffentlicher Einrichtungen wie zum Beispiel Krankenhäuser oder Schulen ein größerer Teil der Bevölkerung erreicht werden kann.
Auf der anderen Seite fragen wir uns oft, was wir für Afrika, die Armut und AIDS persönlich tun können. Der Punkt ist, dass wir uns, obwohl wir tausende Kilometer von Afrika entfernt sind, bewusst machen, dass es diese Krankheit AIDS gibt, und dass das ein Thema ist über das wir uns alle Gedanken machen sollten.
Der Fall von Zanele, der jungen Frau, die einen Freund hat, die gerne Musik hört und tanzt, die lacht und Spaß hat und heute den Traum von eigenen Kindern hat, zeigt, dass dieses Ziel erreicht werden kann.


Charlotte Mann

Sources:

http://www.geolinde.musin.de/afrika/html/aids/aids06.htm http://www.internationalepolitik.de/ip/archiv/jahrgang2001/november01/armut-und-aids--auswirkungen-auf-wirtschaft-und-gesellschaft-im-sudlichen-afrika.html
Bild: http://www.welthungerhilfe.de/fileadmin/media/bilder/Infografik/frauen_afrika_gross.jpg http://www.aidshilfefuerafrika.org/projekt.html

 
Du kannst sehen:
 
The History of AIDS in Africa
Ending AIDS as a public health threat by 2030: Scientific Developments from the 2016 INTEREST Conference in Yaoundé, Cameroon

Παρασκευή 6 Σεπτεμβρίου 2019

Frauen in Afrika und Bildung


Womafrika / Frausein in Afrika  
 
Der Sinn und Zweck von Bildung ist es, Spiegel in Fenster zu verwandeln.
(Sydney J. Harris) [2]

Wenn man in einen Spiegel blickt, sieht man sein Spiegelbild und einen kleinen Teil der Welt, die hinter einem liegt. Wirft man dagegen einen Blick aus dem Fenster, kann man den Horizont, den Himmel, Bäume und einen Weg erkennen, den man entlang gehen kann.
Bis zu diesem Zeitpunkt bleiben für einen Großteil der Afrikanischen Frauen pädagogische Fenster verschlossen; Fenster, die berufliche Aufstiegsmöglichkeiten symbolisieren, den Schutz vor Ausbeutung, die Chance sich zu emanzipieren, die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln und eine Grundlage zu schaffen für ein besseres Leben.
Der einzige Weg, all die Fenster der Unterdrückung und Fremdbestimmung in Fenster zu verwandeln, ist Bildung… 

Recht auf Bildung 

 

Die Erklärung der Menschenrechte beinhaltet unter vielen Anderen das Recht auf Bildung. Dennoch wird dieses Recht in vielen Ländern dieser Erde missachtet, aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel, die nötig wären, um Schulen zu bauen, aufgrund des Mangels an Lehrkräften oder aus kulturellen Gründen. Afrika ist beispielsweise ein Kontinent, auf dem das Recht auf Bildung oft nicht geachtet wird. Einem großen Prozentsatz der Kinder wird dort das Recht auf Bildung vorenthalten; circa 55 Prozent der Kinder, die nicht zur Schule gehen, sind weiblich. [2]
Um einige Gründe aufzuzeigen, warum es Mädchen nicht erlaubt wird, zur Schule zu gehen, kann man diese Frage aufwerfen:
“Warum wird Frauen und Mädchen oft der Zugang zu (höherer) Bildung verwehrt?“
Ein Grund, warum Mädchen oftmals nicht zur Schule gehen dürfen, ist, dass Bildung in vielen Ländern Afrikas nicht als grundlegendes Recht anerkannt wird, weshalb weder genug Geld zur Verfügung gestellt wir, Schulen zu bauen, noch um Lehrer zu bezahlen. 

Mädchen – nicht wert gebildet zu werden? 

 
Die traditionelle Rolle der Mädchen und Frauen in der afrikanischen Gesellschaft ist es, ihre Pflicht, sich um die Kinder und den Haushalt zu kümmern, zu erfüllen. Viele Väter schicken ihre Töchter auch deshalb nicht zur Schule, weil sie der Ansicht sind, die Bildung ihrer Töchter sei nicht ebenso wichtig wie die Bildung ihrer Söhne.
Ausgehend von der Tradition , dass Töchter in jungem Alter verheiratet werden und so keine Möglichkeit mehr haben, sich um ihre Eltern zu kümmern, wenn diese alt werden, sehen sie keine Notwenigkeit, Geld für die Ausbildung ihrer Töchter auszugeben. Auch die Überzeugung vieler afrikanischer Menschen, dass Mädchen dumm seien und Bildung dehalb nur an Mädchen verschwendet werde, verwehrt es vielen Mädchen, zu Schule gehen zu können.
Und selbst wenn Schulen verfügbar wären werden viele Eltern ihre Tochter nicht m Unterricht teilnehmen lassen, aus Furcht, dass ihr auf dem Weg zu Schule etwas zustoßen könnte.

Um die Dringlichkeit des Kampfes gegen das Zuwiderhandln gegen das Recht auf Bildung zu verstehen, ist es nötig, über diese Frage nachzudenken:
"Warum ist Bildung für afrikanische Frauen so wichtig?" 


Ausbruch aus der Unterdrückung

 

Zunächst einmal kann Bildung den Frauen ermöglichen, das System der geschlechterspezifischen Rollenverteilung und die Abhängigkeit einer Frau von ihrem Ehemann zu hinterfragen. Denn wenn Frauen ihre unterdrückte und ungerechte Situation und Rolle in der Gesellschaft
- speziell in ihren Familien - verstehen werden, könnten sie infolge dessen beginnen, sich gegen Ungerechtigkeit zu wehren und ihren Kindern, vor allem ihren Töchtern mehr Handlungsfreiheit und Selbstbestimmung ermöglichen.
Das wäre für die Tochter eine Gelegenheit, ein unabhängigeres Leben als ihre Mutter zu führen und die Möglichkeit, aus dem unbeugsamen System der Unterdrückung auszubrechen.
Zusätzlich werden Mütter die gebildet sind, ihren Kindern viel von ihrer Bildung vermittlen und ihnen so zeigen, wie wichtig Bildung ist, ihnen Selbstbewusstsein geben und dafür Sorge tragen, dass ihre Kinder auch in die Schule gehen können.
Darüber hinaus ist es Frauen, die lesen und schreiben können, möglich sich beim Kauf von Nahrungsmitteln oder anderen Wahren vor Betrug zu schützen. Eine weitere positive Folge wäre, dass Frauen, die eine höhere Bildung erfahren haben, am politischen und wirtschaftlichen Leben teilhaben und für viele andere Mädhcen ein Vorbild darstellen können.


Bildung - eine Grdunlage für Gesundheit

 

Wenn mehr Mädchen und Frauen in Afrika aufgeklärt und übder das Risiko einer HIV-Ansteckung oder andere Geschlechtskrankheiten informiert würden, könnten sie sich gegen diese Krankheiten schützen, so ihre Gesundheit bewahren, bewusste Famielienplanung betreiben, sowie dazu betragen, dass sich HIV langsamer ausbreitet.

Bildung - eine Überlebenschance

 

Grundkenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen sind grundlegend für eine weiterführende berufliche Ausbildung und ermöglichen es Frauen, zu arbeiten, Geld zu verdienen und ihre Kinder zu ernähren, wenn der Mann die Familie verlassen hat. Dies kommt sehr häufig vor, weil afrikanische Männer ofr ihre Familie im Stich lassen, wenn die Ehefrau vergewaltigt wurde, auch wenn die Männer wissen, dass sich Frauen gegen sexuellen Missbrauch nicht wehren können.
Zusammenfassend stellt Bildung eine Bereicherung in allen Lebensbereichen dar.

4-A Schema

 

Es ist wichtig, dass allen Mädchen und Kindern in Afrika Bildung ermöglicht wird, die auf ihr Leben abgestimmt ist, ihnen hilft, zu verstehen, worum es in ihrem Leben geht und mit ihrem Leben zurechtzukommen. Denn Bildung verspricht ein besseres Leben und hilft ihnen dabei, sich weiter zu entwickeln und ein vollkommeneres Leben zu führen.
Deshalb muss Bildung zugänglich (accessible), annehmbar (acceptable) und anpassungsfähig (adaptable) sein, vor allem aber verfügbar (available) für alle.

  • Bildung ist nur dann “available”, wenn genügend Schulen zur Verfügung stehen, genug gut ausgebildete Lehrer und genug Lernmittel.
  • Bildung ist nur dann “accessible”, wenn jedes Kind in Afrika die Möglichkeit hat, zur Schule zu gehen, sowohl physisch, als auch finanziell.
  • Bildung ist nur dann “acceptable”, wenn die Schulen sicher sind und frei von Gewalt, die Unterrichtsstunden von guter Qualität sind, und wenn die Kultur der Region, aus der die Schulkinder kommen, mit berücksichtigt wird.
  • Bildung ist nur dann “adaptable”, wenn es möglich ist, die Bildung an die Veränderungen in der Gesellschaft anzupassen. [3]

  • All diese Bedingungen einer guten und angepassten Bildung zu erfüllen, ist nicht einfach, und Mädchen und Frauen davon zu überzeugen, für ihre Rechte einzustehen, ist ebenso schwer. Aber statt sich von diesen negativen Fakten entmutigen zu lassen, sollte jeder – ermutigt von den positiven Aspekten, die genannt wurden – versuchen, alles ihm Mögliche zu tun, um Mädchen und Frauen in Afrika die Bildung zu ermöglichen, die jedem Menschen auf der Welt zusteht.

    Magdalena Thalhammer

    Quellen:
  • [1]
  • „The whole purpose of education is to turn mirrors into windows. “, Sydney J. Harris qoutes, http://thinkexist.com/quotes/sydney_j._harris/ (25.04.2010)
  • [2]
  • Grundbildung ist ein universales Menschenrecht, http://www.plan-deutschland.de/schule-afrika/kinder-afrika/ (02.01.2010)
  • [3]
  • Prof. Ralf Poscher, Thomas Langer: Verbindliche Orientierung: Das Recht auf Bildung im Voelkerrrecht, http://gew.de/Verbindliche_Orientierung_Das_Recht_auf_Bildung_im_Voelkerrecht.html vom 24.02.2009 (01.01.2010)
     

    Frauen im Unternehmen


    Womafrika / Frausein in Afrika  
     
    Es gibt – vor allem in der Landwirtschaft und informellen Betrieben – viele kleine von Frauen geführte Unternehmen in Afrika, die sehr wichtig für seine Wirtschaft sind. Eine Studie hat gezeigt, dass von Frauen geführte Unternehmen mehr als ein Drittel von allen Betrieben in Afrika ausmachen. Sie sind eine bedeutende Macht, obwohl sie es wegen geschlechtsspezifischen Schranken bisher noch nicht geschafft haben ihr volles Potenzial auszuschöpfen. In vielen afrikanischen Ländern werden die wirtschaftlichen Entscheidungen von Männern getroffen, während die Frauen meist kein Mitspracherecht besitzen, was viele davon abhält selbst etwas aufzubauen. Im Folgenden sollen die größten Probleme von Frauen in Afrika aufgezeigt werden:

    1. Arbeitsbelastung

     

    Frauen sind von ihrer Arbeit viel mehr belastet als Männer, die vor allem durch aufwendige familiäre Verpflichtungen zustande kommt. Sie verwenden einen Großteil ihrer Zeit und ihres Einkommens auf den Haushalt, hauptsächlich um ihre Familie zu ernähren und ihren Kindern Bildung zu ermöglichen. Aus Angst vor einem Fehlschlag zögern sie deshalb ihre beschränkten übrigen Einkünfte in ein Unternehmen zu investieren. Ihre Verantwortung für die Kinder und für einen Großteil der Arbeit im Haushalt – wie die Felder zu bestellen oder das Vieh zu versorgen – beschränkt ihre Mobilität und ist der Hauptgrund für die geringe Anzahl von Frauen, die Schulungs- und Alphabetisierungsprogramme besuchen, die lebensnotwendig für den Aufbau eines Unternehmens sind. Stattdessen sind ihre Fähigkeiten und das angebotene Training oft auf „traditionelle Frauenfertigkeiten“ wie Weben, Färben, Knüpfen oder Korbflechten fokussiert.

    2. Kapitalmangel

     

    Ein weiteres Problem ist ihr Kapitalmangel, der durch ungerechte Erbschaftstraditionen zustande kommt und auch, weil es Frauen oft nicht erlaubt ist eigenen Besitz zu haben. Eine Studie hat gezeigt, dass sie 70% der landwirtschaftlichen Arbeit erledigen, obwohl sie nur 12% des Landes besitzen. [1] Viele von Frauen geführte Unternehmen klagen aufgrund von fehlenden finanziellen Mitteln über ihre Unfähigkeit in den Handel zu investieren. Um dieses Problem zu lösen sind Mikrokredite immer bedeutender geworden, die armen Menschen – vor allem Frauen – finanzielle Hilfe bieten.
    Mikrokredite werden hauptsächlich in wirtschaftlich schwachen Ländern als finanzielle Hilfe geboten. In der Regel werden diese wegen der geringen Sicherheit und dem hohen Bearbeitungsaufwand für solche kleinen Beträge nicht von Banken gegeben. Stattdessen werden sie von privaten Organisationen ausgestellt, wobei kleine Gruppen von Frauen als Bürgen arbeiten und sicherstellen, dass jeder Kredit entsprechend genutzt und rechtzeitig wieder zurückgezahlt wird.
    Die bisherigen Untersuchungen haben gezeigt, dass Mikrokredite ein erfolgreiches Mittel sind, um die Entwicklung in wirtschaftlichen schwachen Ländern voranzutreiben, wenn sie mehr Frauen als Männern gegeben werden, da Männer dazu neigen das Geld zu verspielen oder es für alkoholische Getränke auszugeben. Verglichen mit Männern versuchen Frauen der ganzen Familie mit dem Geld ein besseres Leben zu ermöglichen und ihre Kredite haben eine Rückzahlungsquote von 98 bis 100 Prozent. [2]

    3. Schlechte Infrastruktur

     

    Die schlechte Infrastruktur – vor allem mangelhafte Straßen und das Fehlen von Transportmitteln – betrifft sowohl weibliche als auch männliche Unternehmer. Studien haben herausgefunden, dass 87% aller Wanderungen in Afrika zu Fuß stattfinden. [3] Außerdem wurde gezeigt, dass Frauen durchschnittlich 20kg für 1.4 – 5.3 Kilometer pro Tag tragen, [3] was durch öffentliche Transportmittel drastisch reduziert werden könnte.
    Viele Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Verbindung zu Straßen das Einkommen von Frauen verbessern kann. Daher haben Frauen, die näher an einer Hauptstraße wohnen, meist ein höheres Einkommen als andere, die weit von der Straße entfernt leben. Frauen, denen es nicht möglich ist zu reisen, werden abhängig von Mittelsmännern, die ihre Produkte oft zu einem niedrigeren Preis als sie auf dem Markt bekommen würden kaufen.
    Wegen fehlender Technologie und Know-How können viele Frauen nur kleine Mengen selbst produzieren und sind deswegen auf die nahen Dorfmärkte beschränkt, wo sie gegen die lokale Konkurrenz kämpfen müssen.
    Doch nicht nur die schlechte Infrastruktur verringert ihre Lebenschancen, sondern auch der Zeitaufwand, der durch Holzsammeln und Wasserholen entsteht, für das überwiegend die Frauen in den meisten afrikanischen Ländern verantwortlich sind. Eine Studie, die in drei Ländern durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass Frauen bis zu 300 Stunden pro Jahr in Ghana und Tanzania und 800 Stunden pro Jahr in Zambia mit Holzsammeln verbringen […] [und] mehr als 700 Stunden pro Jahr in Ghana, 500 Stunden in Tanzania und 200 Stunden in Zambia Wasserholen müssen. [3] Als Folge von den schweren Lasten leiden viele Frauen später auch an verschiedenen körperlichen Problemen.

    4. Bürokratie

     

    Wie oben schon beschrieben haben Frauen eine viel größere Arbeitsbelastung als Männer, daher werden ihre Arbeitschancen sehr durch diskriminierende Verwaltungsbeamte und langwierige Formalitäten begrenzt, die oft notwendig sind, um ein Unternehmen aufzubauen. Das Ergebnis ist, dass viele Frauen im informellen Sektor arbeiten und auf kleine Betriebe beschränkt sind, was einen negativen Effekt auf die Entwicklung des ganzen Landes hat.
    Die International Financial Corporation (IFC) hat eine Studie herausgegeben, die die positive Entwicklung von Frauen zeigt, wenn die Formalitäten in ihrem Land reduziert wurden. Zum Beispiel führen Frauen in Ruanda 41 Prozent der kleinen Unternehmen. Im Kongo dagegen, wo die Gründung 13 Verwaltungsakte, 155 Tage und das Fünffache eines jährlichen Durchschnittseinkommens in Anspruch nimmt, sind es nur 18 Prozent. [4]

    Sinina Adbena

     

    Ein sehr schönes Beispiel für den Erfolg von Frauen ist Sinina Adbena aus Ghana. Nach ihrer Scheidung war sie allein mit ihren sechs Kindern und wusste nicht mehr weiter. Eines Tages kamen Entwicklungshelfer in ihr Dorf und informierten die Frauen über Mikrokredite. In der folgenden Zeit lernten sie Buchhaltung zu führen und Geld zu sparen, was die Voraussetzung ist, um einen Kredit zu bekommen.
    Mit ihrem Kredit eröffnete Sinina einen kleinen Laden in ihrem Dorf, der sehr gut lief und es ihr ermöglichte, ihren Kredit schnell wieder zurückzuzahlen. Mit zusätzlichen Krediten erweiterte sie ihr Geschäft Schritt für Schritt und plant sogar die Eröffnung einer kleinen Bar. Einen Teil des Profits spart sie für ihre Kinder an, die irgendwann in die Stadt gehen und dort eine ordentliche Schulbildung erhalten sollen, um einen gutbezahlten Job zu bekommen. Sie möchte auch eines Tages die Stadt besuchen, weil es dort eine größere Bandbreite von Lebensmöglichkeiten gibt und das Leben aufregender ist.

    Rosi Degg

    Quellen: 

    - Gender – Die Gleichberechtigung von Mann und Frau in Afrika, http://www.gesichter-afrikas.de/gender.html, aufgerufen am 31.05.2010
    - Sultan Rehman Sherief, Asmahani Aswaddalai, Bottlenecks To Women's Economic Empowerment In Africa, http://www.africaeconomicanalysis.org/articles/77/1/Bottlenecks-To-Womens-Economic-Empowerment-In-Africa/Page1.html, 08.12.2008, aufgerufen am 02.06.2010
    - Nathalie Klüver, Mikrokredite in Afrika: Frau Adbenas kleines Wirtschaftswunder (1. Teil), http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,574570,00.html, 31.08.2008, aufgerufen am 01.06.2010
    - Nathalie Klüver, Mikrokredite in Afrika: Frau Adbenas kleines Wirtschaftswunder (2.Teil), http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,574570-2,00.html, 31.08.2008, aufgerufen am 01.06.2010
    - Frauen als Unternehmerinnen: Ein Schlüssel zur Armutsbekämpfung in Afrika, http://www.gtz.de/de/presse/21625.html, 19.11.2007, aufgerufen am 31.05.2010

    1 http://www.gesichter-afrikas.de/gender.html
    2 http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,574570-2,00.html
    3 http://www.africaeconomicanalysis.org/articles/77/1/Bottlenecks-To-Womens-Economic-Empowerment-In-Africa/Page1.html
    4 http://www.gtz.de/de/presse/21625.htm

    Bilder:

    1. Aus http://www.welthungerhilfe.de/frauen-gleichberechtigung-afrika.html
    2. http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84thiopien

    Die Stellung der Frau in der afrikanischen Gesellschaft


    Womafrika / Frausein in Afrika
     
    "A woman is a flower in a garden; her husband is the fence around it!" [1] . („Eine Frau ist eine Blume in einem Garten; ihr Mann ist der Zaun darum herum!“).
    So heißt es in einem ghanaischen Sprichwort, aber ist das alles was wir mit Frauen und ihrer Stellung in der afrikanischen Gesellschaft verbinden sollten? Sicherlich nicht.
    Vielmehr sollten Gedanken durch unseren Kopf gehen wie:


  • Niemals aufgeben, trotz aller Widrigkeiten

  • Allein für die eigenen Rechte kämpfen, obwohl man weiß wie hart das Ringen sein wird, fast unerreichbar scheint das Ziel

  • Den Lebensunterhalt verdienen und zugleich Sorge tragen für den Haushalt, das Vieh, das Feld, …

  • Kinder großziehen in einer Gesellschaft, die Töchter unterdrückt und die Söhne zu hungernden Arbeitern machen wird

  • Ein Vorbild sein für die Töchter, die auf deine Weisheit und Erfahrung vertrauen

  • Das ist was unsere Gedanken prägen sollte. Das und noch viel mehr.
    In der Afrikanischen Gesellschaft nehmen Frauen eine entscheidende Rolle ein wenn es darum geht ihre Situation und auch die ihrer Töchter zu verbessern.
     
    Zeit der Volksstämme 
     
    In früheren Zeiten, als die Geister die Frau erschufen und mit ihr das Geheimnis teilten, wie lebendiges Leben geboren wird, wurde der afrikanischen Frau auch die Fähigkeit geschenkt das Feuer zu (er-)finden und die ihre Familie spirituell zu leiten und zu versorgen.
    Bevor die Europäer kamen, als die Volksstämme den afrikanischen Kontinent bewohnten, hatten Frauen in den meisten Clans eine führende und wichtige Position inne. Durch die Art, wie sie erschaffen wurden – in den meisten Mythen wurde die Frau zuerst geschaffen –, wegen ihrer wunderlichen Gabe Leben zur Welt zu bringen und ihrer Empfindsamkeit gegenüber dem Unsichtbaren, der spirituellen Welt wurden sie respektiert und zu Rate gezogen.



    In vielen Stämmen bestimmte sowohl eine Männerversammlung als auch eine Frauenversammlung die Geschicke ihres Volkes. So wurden die männlichen (z. B. Stärke) wie auch die weiblichen Fähigkeiten (z. B. Einfühlungsvermögen) zum Wohle des gesamten Stammes genutzt.
    Außerdem war ein Gleichgewicht der Autorität des Mannes und der Frau unentbehrlich für eine gesunde Familie, einen starken Clan. Die Frau brachte die Kinder auf die Welt, sie umsorgte die Kinder, wie keine andere Frau es könnte und sie war diejenige, die die Familie mit Essen versorgte. Mit Speisen und einer unbegrenzten mütterlichen Liebe.
    Der Mann hingegen übernahm die Aufgabe das Leben in seiner Familie zu verteidigen. Er gab Schutz und lehrte den heranwachsenden Männern die Regeln des Stammes, war für sie gleichsam Respektsperson und Vorbildfigur. Tradition und Kultur brachten der Frau auch Schutz, so gibt es etwa auch Sprichworte bzw. Regeln, die besagen:
    Weil eine Frauen die Quelle des Lebens ist darf eine Frau nicht getötet werden.
    Wird eine Frau getötet, so sterben mit ihr all ihre Kinder (geborene wie ungeborene) und man würde damit die Menschlichkeit an sich töten.
    ( “She is the mother of life, and to kill the woman is to kill children, to kill humanity itself.” ) [2]

    Behandelte ein Mann seine Ehefrau schlecht, so würde sie sich wehren und ihn erinnern, wie sehr er sie braucht und vor allem, dass sie nicht sein Eigentum, sondern seine gleichberechtigte Partnerin ist. Dieses Selbstbewusstsein schöpften die afrikanischen Frauen aus den Mythen ihrer Kultur, die vom Wert beider Geschlechter erzählen.
    Der Mann trug nur Vorteile davon seine Frau gut zu umsorgen, sodass sie gesund und glücklich war. Denn sie würde ihm viele gesunde Kinder schenken, die eine Existenzsicherung für die Eltern darstellten, würden diese einmal zu alt, um sich selbst zu versorgen. Je mehr Nachkommen ein Mann hatte und desto besser er sich für das Wohl seiner Familie einsetzte, desto größer war sein Ansehen bei den Stammesbrüdern.
    Leider gab es auch eine Kehrseite der positiven Vorstellung der Frau als Lebensquelle, denn kinderlose Frauen wurden oft von der Gesellschaft ausgeschlossen und verachtet.

     
    Kolonisation und Sklavenhandel 
     
    Im Laufe des 19. Jahrhunderts drangen die Briten, Franzosen, Deutschen und fast alle europäischen Staaten und Reiche in das bis dahin unberührte Afrika ein, brandschatzten und vernichteten viele der ansässigen Stammeskulturen.
    Aber diese Europäer brachten nicht nur Waffen mit sich und Ketten, um Erwachsene und Kinder von ihren Familien zu rauben und zu versklaven, sie brachten auch ihre Kultur mit sich auf den großen Kontinent.
    Die Christianisierung begann und Missionare predigten in allen Steppen und Wüsten und Wäldern die Evangelien. Kirchen und Schulen wurden gebaut, Kinder wurden nach europäischen Regeln gelehrt und erzogen und währenddessen verschwanden viele Traditionen der Ureinwohner.
    In dieser Zeit änderte sich die Rolle der Frau in der afrikanischen Gesellschaft drastisch. Geprägt von der Wertevorstellung der europäischen Mächte verloren die Frauen ihre Respektstellung und ihre unabhängige Autorität. Das Bild der Frau der Alten Welt passte ganz und gar nicht zu dem der afrikanischen Stämme, doch es wurde in die Köpfe der Männer und Frauen gezwungen.
    Zusätzlich gefiel es bestimmt dem einen oder anderen Mann der Frau übergeordnet zu sein und so wurden die Frauen machtlos, zu kaum mehr als einem Sklaven ihres Ehemanns.
    Noch verheerender erscheint der Wandel der Stellung der Frau in den islamisch beeinflussten Bereichen Subsahara- Afrikas. Viele Stämme übernahmen diese Religion unbeschwert, denn z. B. Polygamie war in vielen afrikanischen Kulturen seit jeher gebräuchlich. Ohne die Erlaubnis des Mannes nicht das Haus verlassen zu dürfen, absolut abhängig von seinem Wohlwollen und ohne jeglichen Besitz, so war kaum mehr etwas geblieben von der einstigen Gleichheit der Frau zum Mann.

     
    Heute 
     
    Trotzdem ist die Entwicklung der Stellung der Frau nicht mit diesen negativen Aussichten beendet. Heute sind, natürlich, noch lange nicht alle Probleme gelöst, doch der Weg zur Gleichberechtigung scheint zumindest geebnet. Jedoch ist es vielen Mädchen beispielsweise nicht erlaubt zur Schule zugehen, selbst wenn genug Geld beschafft würde, denn ihre Eltern fürchten den Verlust ihrer Kultur in den europäisch beeinflussten Schulen.
    Unglaublich viele Frauen mühen sich zu überleben und die Familienangelegenheiten am Laufen zu halten, wenn ihr Ehemann losgezogen ist, um in einer Mine oder in der nächst größeren Stadt Arbeit zu finden. Während dieser Zeit muss die Frau für die Kinder sorgen und in den Feldern arbeiten (meist ohne jeglichen Schutz vor giftigen Pflanzenschutzmitteln), damit das karge Gehalt ihres Mannes etwas aufgestockt wird.
    Und dennoch geben die Frauen Afrikas ihr Ziel der Gerechtigkeit unter den Geschlechtern nicht auf.
    Und sie bekommen Hilfe, sie werden unterstützt von Organisationen wie missio.
    So bekommen viele Mädchen die Chance in die Schule zu gehen und zu lernen. Danach haben sie Möglichkeit wirklich zu entscheiden, was sie mit ihrem Leben anfangen wollen. Auch in der Gesellschaft spielen sie nun eine größere Rolle, so ist die Anzahl von Frauen in der Politik seit der Zeit der Unabhängigkeit gestiegen.
    Zusätzlich erweisen sich Frauen als zuverlässige Geschäftspartner in Projekten, den sogenannten „Mikrokrediten“. Diese Kredite sind sehr klein, können aber zum Beispiel einer Familie ermöglichen ihre Kinder zur Schule zu schicken oder einen Laden zu eröffnen, um der Armutsfalle zu entkommen.
    Frauen gewinnen mehr und mehr ihre einstige Stellung zurück und in Verbindung mit der Hilfe von Institutionen wie missio, werden sie befähigt in der Gesellschaft, der Politik und der Wissenschaft aufzutreten, wie es sein sollte:
    Als gebildete, respektierte und einflussreiche Mitglieder der afrikanischen Gesellschaft.

    Vera Wesinger

    Quellen:
    Mbiti, John: The role of woman in african traditional religion, Cahiers des Religions Africaines 22, pp. 69-82., 1988
    Dimandja, Agnes Loteta: The role and place of women in Subsaharan-African societies, 2004
    Gierczynski-Bocande, Ute: Frauen in die Politik! www.kas.de/proj/home/pub/26/1/-/document/_id-10505/ , 2007, Zugriff: 11.09.2009

    [1] BANNERMAN, J.Y., Mantse-Akan Mbebusen (Ghanaian Proverbs), Accra, 1974, p.19
    [2] THE ROLE OF WOMEN IN AFRICAN TRADITIONAL RELIGION, Cahiers des Religions Africaines 22, John Mbiti, (1988), pp. 69-82
     
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    Die heiligen Märtyrerinnen Perpetua und Felicitas

     

    Die heiligen Perpetua und Felicitas gehören zu den ersten Märtyrinnen, deren Schicksal uns durch zuverlässige Zeitdokumente überliefert ist. Nach heute noch erhaltenen, frühchristlichen Augenzeugenberichten wurden Perpetua und ihre Sklavin Felicitas im Jahre 203 im nordafrikanischen Karthago verhaftet und zum Tode verurteilt, weil sie sich auf die Taufe vorbereiteten und ihrem christlichen Glauben nicht abschwören wollten.

    Perpetua stammte aus vornehmem Hause, war etwa 22 Jahre alt, klassisch gebildet, verheiratet und hatte einen Sohn im Säuglingsalter. Sie wurde, ebenso wie ihre Sklavin Felicitas, als Katechumena, das heißt, als Taufbewerberin verhaftet und erst während der Zeit ihrer Haft getauft. Mit Ihnen zusammen waren auch die schon getauften Christen Revocatus, Saturninus und Secundulus gefangengesetzt worden. Unter diesen hatte sich Saturnius, als Lehrer der Katechumenen, freiwillig gestellt. Anlässlich der Zirkusspiele zur Feier des 14. Geburtstages von Geta, des Sohnes des römischen Kaisers Septimius Severus, sollten die verhafteten Christen zusammen im Amphitheater von Kartago durch wilde Stiere getötet werden. Secundulus blieb die Arena erspart, denn er starb schon während der Haft. Da jedoch Perpetua die Angriffe durch die wilden Büffel überlebte, wurde sie anschließend erdolcht.

    Über ihr Martyrium am 7. März 203 berichtet eine der frühesten christlichen Schriften in lateinischer Sprache, die bald nach den Ereignissen verfasst wurde, die Passio Sanctarum Perpetuae et Felicitatis („Leidensgeschichte der Heiligen Perpetua und Felicitas“). Diese besteht zum großen Teil aus den Aufzeichnungen der Märtyrerin Perpetua während der Zeit ihrer Haft. Ein unbekannter Christ hat zu diesen Aufzeichnungen eine Einleitung verfasst und sie um eine Beschreibung des eigentlichen Martyriums ergänzt. 

    Bei den Aufzeichnungen der Perpetua handelt es sich um das einzige erhaltene, freilich kurze, Tagebuch einer christlichen Frau und Martyrerin aus der Zeit der Spätantike. Als beispielhafte Heilige, die standhaft das Martyrium erlitten hatten, wurden Perpetua und Felicitas schon rasch im ganzen lateinischen Westen hoch verehrt. Deshalb wurde ihr Gedächnis auch dauerhaft in die altrömische Form der göttlichen Liturgie aufgenommen. Im orthodoxen Osten wird der beiden heiligen Märtyrerinnen am 01. Februar und am 24. März gedacht.

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    Ηymn to the African Saints